7 Uhr aufstehen. Das Wetter heute bewölkt bei 30Grad.
Frühstücken im Motel – typisch amerikanisch.
Halb 9 ging es los nach Disney World. Wir hatten uns, warum
auch immer, für das Magic Kingdom entschieden.
Wir kamen zum Parkplatz und zack waren wir 20$ los und
wurden der Parkfläche Simba zugewiesen. Die Einweiser wiesen alle Gäste darauf
hin, sich das Parkfeld zu merken – toller Plan, da das Areal etwa größer war.
Dann ging es mit der Tufftuffbahn zur Ticketcenter. Dort
die obligatorische Taschenkontrolle. Da wir keine mit hatten konnten wir so
durch.
Am Ticketschalter war man sehr erfreut über die deutschen
Gäste und man bat uns 122$ Eintritt pro Nase zu entrichten – 122$ das war schon
ne Ansage.
Mit der Monorail kam man dann zum eigentlichen Parkeingang
- alternativ wäre auch die Fähre möglich
gewesen.
Also rein ins Getümmel und in die Fahrgeschäfte - Splash Mountain,
eine Wildwasserbahn, das hörte sich für den Einstieg in den Adrenalinrausch
passend an.
Wir hatten auf der Eintrittskarte den Fast Pass+ mit
dabei, also wollten wir uns in gewohnter Manier vordrängeln. Naja, nee… so
einfach war das nicht. Man erklärte uns, dass das so nicht funktioniere und wir
sollten doch den Fastpass erstmal einrichten – natürlich per App. Klar auch
Disney geht mit der Zeit. Also die App aufs Smartfone geladen und sich erstmal datentechnisch
nackig gemacht. Leider funktionierte das mit der Einrichtung nicht so einfach
und wir mussten den Dienst der geschulten Disneymitarbeiter in Anspruch nehmen.
Diese sind selbstverständlich nur an speziellen Stützpunkten im Park zu
erreichen, so dass wir wieder durch den halben Park zurücklatschen mussten.
Dort half man uns weiter und wir konnten unseren Fahrplan für den Tag buchen.
Und das funktioniert so:
Man sucht sich die gewünschte Fahrattraktion aus und
bekommt die noch möglich freien Fahrzeiten angeboten, von denen man sich die
für sich passende raussucht. Dann nimmt man sich das nächste Fahrgeschäft.
Leider hat man ein Tageslimit von drei. Ganz toll… dass heißt, an den Restlichen
darf man dann via Holzklasseneingang die volle Wartezeit abstehen.
Jedenfalls buchten wir unsere 3 Favoriten, die allesamt
am Nachmittag mit uns stattfinden sollten.
Es war mittlerweile 11 Uhr und wir begannen mit dem Big Thunder
Mountain Railroad,… hm Big Thunder hört sich erstmal nach Action an. Also banden
wir uns die 55min ans Bein.
Dann war es soweit. Wir stiegen voller Vorfreude und Erwartung
ein … und wurden schnell ernüchtert.
Also bei einem Sonntagvormittagspaziergang über einen
Flohmarkt habe ich mehr Blutdruck.
Naja, vielleicht hatten wir grad die Kinderbahn erwischt.
Dann zum Nächsten - Seven Dwarfs Mine Train. 100 min Wartezeit.
Man … und die vergingen wie 200 min, da sich zwischendurch metermäßig teilweise
gar nichts rührte. Aber auch diese Fahrt entlockte uns nur ein müdes Gähnen.
Dann – es war halb 2 – kam unser erster Fastpassride mit dem
Tomorrowland Speedway - einer Art Gokartbahn.
Wir uns also vorgedrängelt. Das Tolle an diesem
Fahrgeschäft war man durfte selbst fahren, was wir auch jeder für sich tat.
Nur… waren die 2 Dimensionen, in denen man das Fahrzeug
bewegen konnte, durch sehr eng gesteckte Randparameter beschränkt. In der Mitte
lief eine Schiene, die einen Spurwechsel nicht möglich machte. Und wenn man dann
so eine Schlafmütze vor sich hatte, war auch die 2te Richtung nach vorn begrenzt.
Gut, man hätte anhalten können – aber das war nicht Sinn und Zweck der Übung –
wir waren schließlich beim Speedway - mit der Betonung auf Speeeeed. Wobei
Speed relativ war – bei gefühlten 5 km/h. Sind halt Amiautos – viel Getöse,
null Vortrieb.
Jedenfalls verfielen wir mittlerweile in eine Art Lethargie –
sowas Schnarchiges hatten wir nicht erwartet.
Bis zu nächsten Termin hatten wir noch etwas Zeit. Somit
war Mittagspause angesagt. Es gab jede Menge Fressstände, nur war das Angebot von
der Auswahl her sehr überschaubar, dafür von der Kalorienzahl sehr reichhaltig und
natürlich vom Preis recht happig. Matze entschied sich für einen Hotdog - halb nackig,
grad mal mit n büschn Ketchup und Senf, für schlappe 9$ + Taxes versteht sich.
Für die alternativ angebotene Truthahnkeule reichte es hungertechnisch hingegen
nicht. Als ich diese dürren Dampfschuller sah, verlor ich den Appetit, der
aufgrund der bisher getätigten Adranlinschübe eh kaum vorhanden war.
Witzig fand ich den Passus in dem Parkprospekt zum Thema
Kindergerichte, der auf die strengen Disney Ernährungsrichtlinien hinwies. Die
Gerichte, die wir gesehen haben, waren Nacos, Truthahnschenkel (ganze versteht
sich) Kartoffelchips, Hotdogs, Burritos, Hühnchenwaffeln, div. Burger etc. – na
wenn das keine ausgewogene Ernährung ist …
Ich sah in unserem Parkplan nach weiteren kulinarischen
Wirkungsstätten und entschloss mich für den als Mainstreet Bakery getarnten
Starbucks. Ein Sandwich und 2 Wasser für 17$. Das muss für heute reichen. Einen
Sitzplatz zum Essen bekamen wir aufgrund des Massenaufkommens selbstredend
nicht, denn es war die Parade in der Mainstreet angekündigt.
So hockten wir uns
auf den Rinnstein zum Essen. Doch ließ man uns auch nicht sitzen, da die
Verkehrswege während der Parade freizuhalten wären.
Kurz vor Beginn der Parade in der Mainstreet kam ein Regenschauer und wir bekamen den Buckel gewaschen. Die nächsten Unterschlupfmöglichkeiten waren bereits besetzt oder besser be-stellt – vielleicht hätten wir hier eher eine FastPass nehmen sollen.
Im Anschluss an die feuchte Abwechslung wurde dann die Parade
aufgrund des Wetters auf unbestimmte Zeit verschoben … männo … und dabei wollten wir so gern die Disney Parade
vor dem Cinderella Schloss sehen.
Also schlugen wir die restliche Zeit bis zu unserem nächsten
Termin tot, indem wir noch ein wenig mehr ziellos umhertingelten.
Eine halbe Stunde vor dem Starttermin erreichten wir Splash
Mountain, den wir bereits heute vormittag versucht hatten. Wir stellten schnell
fest, dass die Gondeln leer fuhren und beim Fastpass Eingang eine lange
Schlange stand. Auf Nachfragen zu unserer Beobachtung erklärte der Türvorsteher,
dass aufgrund des Wetters die Bahn geschlossen sei – wie lange wüsste er nicht.
Jetzt hatten wir endgültig die Nase voll und trollten
uns. Eigentlich wollten wir uns das Feuerwerk um 21 Uhr noch ansehen, aber noch
3 Stunden hier zubringen wollten wir nicht. Zudem befürchteten wir, dass auch
dieses wegen des Wetters abgesagt werden würde – vielleicht, weil die
Streichhölzer nass geworden waren.
Alles in allem war Disney World Orlando ein ganz
besonderes Erlebnis, mit atemberaubenden Attraktionen, die jeden Cent wert
waren und wo man auch sonst wirklich noch was Geld bekam.
Ich muss mich an dieser Stelle für meinen dezenten Sarkasmus
entschuldigen, aber die Nummer die Disney hier abzieht, spottet jeder Beschreibung.
Diese Kindergartenshow, die in unseren Augen das Niveau von Kinderquatsch mit
Michael hat, rechtfertigt nie den Eintritt von 122$ Eintritt. Hier kommt das
Gefühl einer Gelddruckmaschine hoch. Wir können nicht verstehen, wieso dieser
Park als das Nonplusultra angesehen wird, vor allem, weil in den Sicherheitshinweisen
auf Bluthochdruck, Rückenbeschwerde und was weiß ich noch alles hingewiesen
wird.
Ich habe beim Schreiben dieser Zeilen mehr Blutdruck
bekommen, als bei den Fahrgeschäften zusammen.
Wir wissen, dass es sich um Disney handelt, der Programm
hauptsächlich für Kinder macht und das der Park auch irgendwie finanziert
werden muss – aber doch nicht von uns beiden allein.
Also die Kohle, die hier ausgegeben wird, ist mit allem anderen
besser angelegt – Klamotten kaufen, schick Essen gehen oder in Telekomaktien
anlegen.
Um zumindest den Abend zu retten, fuhren wir, wie bereits
gestern, zu Papa John, Cheessticks zu holen, um diese dann in Rotwein zu ertränken.





Immer schön ruhig bleiben ;-) ... aber die Filme von denen sind gut
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